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A:PU - Storylines

erschienen am 15.07.1997 in digitaler Kleinauflage

Die Kerzen flackerten stark auf, als Oligarchin Ninhursagg eine bedrückende Hyperraumnachricht auf ihren kleinen, handlichen Notebook-Schirm von einem der entferntesten Geheimdienstaußenposten erfuhr. Sie war geschockt von dem, was sie da lesen mußte. Skeptisch, wie ihre Art es ist, wies sie es von sich, sie konnte und wollte es nicht wahrhaben. Waren sie wirklich schon so weit vorgedrungen??

   Aufgeregt schreitete die erst vierundfünfzigjährige Repräsentant [die Lebenserwartung ihrer Spezies liegt bei durchschnittlichen hundertsechsundneunzig Jahren]  der United Andromeda Federation (UAF) in ihrem großen, aber spartanisch eingerichteten Arbeitszimmer hin und her. Ein Außenstehender könnte denken, sie wäre apathisch, ein Epileptiker, hysterisch oder womöglich eine Frau, die dringend einmal einen Raum aufsuchen müßte, in dem man gewöhnlich nur alleine seine Zeit verbringt. Ihr Volk - bekannt als die Da-Humans - nannten es Toilette.

   Auf jeden Fall war dem nicht so! Ninhursagg. war aufgeregt, wütend, gereizt, sogar ein bißchen ängstlich. Ängstlich, daß diese furchtbare emotionslose Rasse ihren Bürgern und den Bürgern der gesamten Föderation - vielleicht der ganzen Galaxie - nicht nur etwas, sondern sehr viel antun würde. Diese Spezies beraubte einem den individuellen Gedanken, der für die meisten Humanoiden überhaupt das wichtigste darstellt. Es wäre eine grauenvolle Vorstellung, ohne jeglicher Empfindung zu leben. Lachen, weinen, lieben, usw. - all das hätte dann keinen Platz mehr.

   Und das schlimmste war - sie war dafür noch die Hauptverantwortliche, daß diese furchtbare Rasse überhaupt zu Ihnen fand.

 

Die Oligarchin atmete tief durch und sah aus dem Fenster. Sie erblickte die wunderschönen Skyline ihrer Heimatstadt, Enanna. Es war herrlich, ein Büro zu haben, daß sich im hundertachtundneunzigsten Stock eines Hochhauses mit zweihundertvier Etagen befand. Doch das war nun nicht mehr relevant. Ninhursagg war fast am weinen, als sie ihrer Stadt den Rücken zukehrte, um zu Ihrem Nahrungsverteiler zu gehen. Mit schwacher Stimme verlautete sie: »Tee, marducanischen, heiß, mit einen Löffel vergeranischen Honig!« Ein kurzer Zischen erklang - und aus dem Nichts replizierte der Computer einen Tasse ihres Lieblingsgetränkes. Vorsichtig nahm sie die Tasse in die Hand, seufzte kurz und ging dann wieder zum Fenster zurück.

   Die Kerzen flackerten erneut. Kerzen? In einer Zeit, in der die Technologie das wichtigste darstellte? Ninhursagg liebte diese dunkle, fast melancholische Atmosphäre. Sie war schon immer eine Romantikerin mit Ambitionen auf die früheren traditionellen Zeiten. Sie war fast so etwas, was man Renaissance-Frau nannte. In ihrer Art ist sie eher introvertiert, ruhig und ausgeglichen. Doch im Moment sprodelten die Emotionen nur so in ihr hoch. Sie versuchte sie zu unterbinden, aber es gelang ihr nicht. Sie war traurig, verheimlichte es aber quasi vor sich selbst. Das war nicht die Ninhursagg, die sie kannte.

 

Es war schon spät abends und sie stand nun - nach einem schweren Arbeitstag - am Fenster und war so aufgebracht, wie sie es nur einmal war. Damals verließ sie ihr Mann, weil er der Auffassung war, sie widmete sich mehr ihrem Beruf und den Verpflichtungen, als ihm. Doch das war nun vergeben und vergessen. Sie wollte nicht darüber nachdenken. Und so verkrampfte sie sich auf anderes, schon längst Vergangenes, fast schon etwas mythenologisches. Sie dachte an die Geschichten - die sie von Ihrem Vater als kleines Mädchen vor dem Einschlafen erzählt bekam -, die archäologischen Aufzeichnungen, die alten Schriften, die Übermittlungen und die zahlreichen Berichte, Recherchen, etc. von unzähligen Historikern, die die späte Vergangenheit der ersten Weltraumabenteuer der Da-Humans über zur Gründung der Föderation bis hin zur Gegenwart berichteten. Es war eine hervorragende Zeit, an die man sich gerne erinnert ...

 

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